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Gründung des Maschinen- und Apparatebaus
Die Lage ist hoffnungslos. Reparationszahlungen treiben das Reich an den Rand des Ruins, galoppierende Inflation, Millionen Arbeitslose…Wir schreiben das Jahr 1922.
In dieser entbehrungsreichen und unsicheren Zeit hat Georg Krafft, ein Mechanikermeister aus Wolkersdorf bei Schwabach den Mut sich selbstständig zu machen. Der handwerklich hochbegabte Bastler und Erfinder gründet einen Maschinen- und Apparatebau.
Die ganze Familie hilft mit
Sohn Gustav, später auch sein Bruder Ferdinand arbeiten als gelernte Werkzeugmacher im technischen Bereich; Tochter Maria hat im Büro alle Hände voll zu tun.
Gefertigt werden selbst konstruierte Goldschneidemaschinen, Topfreiniger-, Strick- und Spritzgussmaschinen. Ferner Körper für Bleistiftspitzer. Abnehmer ist die Erlanger Metallwarenindustrie. Konstrukteur von Spritzgussmaschinen, Anwender dieser Technik – Georg Krafft gilt als einer der ersten Spritzgussfachleute Bayerns.
1925. Die Gewerbeschau in Schwabach wird zum sichtbaren Beweis für den Erfindungsreichtum von Georg Krafft: Eine seiner Maschinen erhält eine Goldmedaille.
Umwandlung in eine Spritzgussfabrik
Schwiegersohn Georg Karl tritt 1930 in das Familienunternehmen ein. Als Kaufmann verhilft er der Firma bald zu mehr Profil – und zu mehr finanzieller Sicherheit.
Der Apparatebau wird eingestellt, das Unternehmen in eine Spritzgussfabrik umgewandelt und ins Handelsregister eingetragen.
Georg Krafft & Co. !
1939 hat die Familie Grund zum Feiern. Der Firmengründer Georg Krafft nimmt seine beiden Söhne Gustav und Ferdinand sowie seinen Schwiegersohn Georg Karl als Teilhaber in das Unternehmen auf. Gleichzeitig wird der Firmenname geändert. Der Betrieb heißt jetzt Georg Krafft & Co.
Traurige Zeiten brechen an. Ferdinand Krafft fällt 1942 während des Russlandfeldzuges, sein Vater Georg stirbt drei Jahre später. Ihm zu Ehren wird die Strasse, an der sein Untenehmen liegt „Georg-Krafft-Strasse“ genannt.
Die Firmenleitung liegt nun bei seinem Sohn Gustav Krafft und dessen Schwager Georg Karl, den nunmehr alleinigen Inhabern. Sie teilen sich die Aufgaben. Gustav Krafft übernimmt die technische Georg Karl die kaufmännische Leitung.
In guter Zusammenarbeit gelingt es den beiden Unternehmern der Firma eine solide Basis zu geben.
Die Schrecken des 2. Weltkrieges sind vorüber, in den Werkshallen kehrt langsam wieder Leben ein. Produziert wird für eine friedliche Zukunft – zunächst für die Spielwarenindustrie.
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Qualität steigert die Nachfrage
Druckgussteile von Georg Krafft & Co. sind gefragt. Jahrzentelang ist die Firma alleiniger Zinkdruckguß-Lieferant für die Weltfirma "SCHUCO" in Nürnberg. Die innerbetriebliche Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Um der Nachfrage Herr zu werden, müssen zusätzlich Mitarbeiter eingestellt und Nachtschichten geleistet werden. Immer mehr Kunden kommen hinzu, das Unternehmen wächst.
1949. Gustl Karl, Enkel des Firmengründers und 22 Jahre jung, beendet erfolgreich seine Lehre zum Industriekaufmann, die er in der Spielwarenindustrie absolvierte. Das Abitur hat er längst in der Tasche. Was macht ein junger Mann mit so viel Wissen ? Er mehrt es. Gustl Karl studiert an der Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Nürnberg. „Nebenbei“ sammelt er als freier Mitarbeiter praktische Erfahrungen in der Verwaltung des Familienunternehmens.
Die 3. Generation
Kunststoff ist im Kommen. Konsequent wird die Produktionspalette ausgeweitet. Zum Zinkdruckguss kommt 1950 Plastikspritzguss hinzu.
Und noch jemand ist im Kommen. Nach sehr gut bestandenem Staatsexamen tritt Diplom-Kaufmann Gustl Karl in das Unternehmen ein.
Wir befinden uns im Jahre 1952.
Olympische Spiele in Helsinki. Was „Gold“ betrifft gehen die Deutschen leider leer aus. Ganz anders in der Heimat. Hier vergoldet das Wirtschaftswunder die Zeiten. Georg Krafft & Co. muss vergrössern. Weitere Fabrikhallen entstehen, ein neues Verwaltungsgebäude wird gebaut, die Belegschaft erneut erweitert. 1965 beschließen Gustav Krafft und Georg Karl, den Firmennamen den personellen Tatsachen anzugleichen. Aus „Georg Krafft & Co.“ wird „Krafft & Karl KG Druckgussfabrik und Kunststoffverarbeitung“. In diesem Jahr werden rund 40 Millionen Gussteile an Kunden im In- und Ausland geliefert. Die Entwicklung des Unternehmens ist erfreulich.
1977, dem Todesjahr seines Vaters Georg Karl, übernimmt Gustl Karl die kaufmännische Leitung. Ideenreichtum, Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Techniken, eine glückliche Hand bei der Auswahl seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie hohes Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Belegschaft haben das Unternehmen ganz entscheidend geprägt, Krafft & Karl KG zu dem gemacht was es heute ist: ein namhaftes Unternehmen, das seinen über achtzig Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze bietet. Auch in Zukunft!
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